18.10.2014

Stoffwechsel - Mein Stoff



Ich freue mich immer, wenn in der Post außer Rechnungen oder Werbeschreiben auch mal etwas anderes zu finden ist, eine schöne Karte, ein lieber Brief, ein Schnittmuster oder Stoff. Ganz besonders habe ich mich natürlich gefreut, als ein dicker Briefumschlag ankam, obwohl ich doch gar keinen Stoff bestellt hatte. Sollte es schon mein Stoffwechselstoff sein? So schnell?

Auf Twitter wird schon heftig diskutiert, wer denn die beste Stoffwechselpartnerin hat ... Ist ja ein ganz klarer Fall: ICH! Ich habe zwei Meter eines ganz wunderschönen Woll-Tweeds (70 % Wolle und 30% Polyester) bekommen. In Grau, aber eben nicht nur Grau, sondern mit kleinen pinken Sprenkeln. Dazu sogar noch schöne Knöpfe und Futter! Großes HACH! Und den lieben Brief natürlich nicht zu vergessen.
 
Da kann ich doch wohl sagen, dass ich die beste Stoffwechselpartnerin habe, oder?

Obgleich ich null Ahnung habe, wer es sein könnte. Sie schreibt, dass wir farblich auf einer Wellenlänge liegen und dass sie sich gefreut hat, mich zu bestoffwechseln. Ich tappe immer noch im Dunkeln. Wer auch immer es ist, herzlichen Dank für den wunderschönen Stoff! Ich hoffe, ich bekomme es hin und verwandel ihn in ein tolles Stoffwechselrockmantelkleid... Womit wir beim nächsten Thema sind. Die Schnittmusterwahl. Meine Stoffwechselpartnerin kann sich aus dem Stoff ein Kleid oder ein Kostüm gut vorstellen. Vielleicht Hawthorn.


Ich selber habe zuerst an eine Jacke gedacht, aber vor meinem inneren Auge ist dann doch nichts Konkretes entstanden. Einen Rock könnte ich mir aus dem Stoff auch gut vorstellen. Auf meiner Nähliste steht schon seit längerem ein Wickelrock aus der Burda 8/2013. Wie der Zufall so will, hat Lucy ihn gerade genäht und ihr Resümee ist nicht wirklich berauschend (den Beitrag findet ihr hier). Also habe ich noch einmal meine Nähhefte durchgeblättert und andere Rockschnitte herausgesucht.



  Rock 130 aus Burda 5/2010



Im Prinzip sind alle Schnitte ähnlich. Schmal bwz. leicht tulpig geschnitten und mit Taschen. Solche Röcke stehen mir einfach gut.

Als Kleiderschnitt könnte ich mir diesen vorstellen:


Oder das Dakota Shawl Collar Dress, Lucy hat es hier vorgestellt und ich finde es einfach wunderbar, bin mir aber nicht sicher, ob dieser Stoff dafür geeignet ist.

Sehr schön finde ich auch das La Maison Victor Trench Dress:


Aber ich glaube, aus dem Stoff wird es etwa zu spießig...


Und, was sagt der Stoff zu Euch? Vorschläge sind immer willkommen!

Diese ganze Aktion ist so toll! Herzlichen Dank an Frau Siebenhundertsachen und Lotti Katzkowski, für die Organisation. Ihr seid ein tolles Team.

Ich bin schon auf die anderen Stoffe mit den dazugehörigen Ideen gespannt und werde mich nach und nach durchklicken. Ob mein Stoffwichtel sich schon verlinkt hat und ob ihr der Stoff gefällt?

La Maison Victor

Bei der Vielzahl der Zeitschriften im Handel ist es ja eher unwahrscheinlich, dass einem eine Nähzeitschrift auffällt, wenn man mit Nähen nichts am Hut hat. Wie gut, dass ich eine sehr aufmerksame Schwester habe, die beim Einkauf an mich gedacht hat. Sie hat die Zeitschrift LA MAISON VICTOR für mich entdeckt.



La Maison Victor ist mir nicht unbekannt. Wir waren im Sommer ein paar Tage in den Niederlanden am Meer und beim Warten auf Mann und Kinder habe ich in einem Zeitschriftenladen nach der aktuellen Knip Mode Ausschau gehalten. Gefunden habe ich dabei Einzelschnittmuster von La Maison Victor und mir den Schnitt vom Gig Kleid gekauft. Schon damals habe ich im Netz ein wenig gestöbert und herausgefunden, dass es sich um einen belgischen Verlag handelt. Das Schnittmuster selber ist auf Niederländisch. Nun, meine Erfahrungen mit dem Schnittmuster sind nicht so toll, deshalb kann ich hier auch kein fertiges Kleid zeigen. Aber ich glaube, es lag mehr an meiner Stoffwahl, als am Schnitt selber.

Jedenfalls habe ich mich gefreut, dass der Verlag nun eine Zeitschrift in Deutschland heraus gebracht hat und habe die 7,95 Euro gerne investiert habe. Und ich habe es nicht bereut. Die Aufmachung gefällt mir sehr. Sie ist klar und strukturiert. Und so ist auch die Mode. Schlicht, geradlinig. Schön. Zum Beispiel gibt es ein tolles Trenchkleid:


Im Gegensatz zu den Abbildungen bei Burda, wo man von den Kleidungsstücken selber oft kaum etwas sieht, sind hier die Sachen oft mehrmals aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen. Dazu kommen einige Detailfotos:
Nach den Bildern folgt direkt die Anleitung für das Kleid, so sieht man auf einen Blick, technische Zeichnung, Material etc. und muss nicht ständig hin und her blättern. Die Anleitungen sind übersichtlich gestaltet und bebildert.

Diese gehört zu einer Jacke, die mir auch sehr gut gefällt. 

Bei meinem Gig Kleid bin ich mit der Anleitung - obwohl seinerzeit auf Niederländisch - sehr gut klar gekommen. Ich weiß nicht, wie die Übersetzung im Magazin ist, aber alleine durch die Bilder ist sie sicherlich schon besser als jede Burda-Anleitung. Beim Gig Kleid gab es zusätzlich auch einen Code, um auf der Homepage eine Videoanleitung herunterzuladen.

Die Schnittmusterbögen sind in der Mitte des Heftes eingeheftet und lassen an einer Perforierung heraustrennen. Im Detail habe ich sie mir noch nicht angesehen, auf den ersten Blick scheinen sie angenehm übersichtlich. Positiv aufgefallen ist mir auch die Papierqualität. Dieses dünne Seidenpapier mag ich gar nicht.

Ganz besonders toll finde ich auch, dass die Schnitte alle ab Größe 34 beginnen und bis 48 oder sogar 54 gehen. Bei Burda ärgere ich mich immer wieder, dass es nur so wenige Schnitt in kleine Größen gibt. Und wenn, richten sie sich meistens an ganz junge Frauen.



Neben Kleidungsstücken zum Nähen für Frauen gibt es auch schöne Modelle für Kinder und Männer. Und Anleitungen zum Sticken und Häkeln.

Ich habe eine lange Nähliste und einfach zu wenig Zeit, ich werde aber bestimmt bald ein Schnittmuster testen und im Sommer werde ich mich auch noch einmal an das Gig Kleid wagen.

08.10.2014

Me Made Mittwoch Herbstkleid

Der berühmte Maybachufermarkt .... seit Jahren träume ich davon, dort einmal einzukaufen und nicht immer nur von dem tollen Angebot zu lesen. Am vorletzten Wochenende war es endlich soweit. Ich hatte das Glück, eine Startnummer beim Berlin Marathon zu bekommen und konnte dieses Glück noch durch eine frühe Anreise am Freitag und ein Treffen mit Frau Schildkröte zum Stoffkauf auf dem Markt krönen! Mit der Beratung von Marion haben wir ein paar schöne Stoffe gefunden und noch eine nette Begegnung mit Christine gehabt, die zusammen mit ihrem Mann ein Jahr mit dem Fahrrad unterwegs ist und in Berlin einen Nähkurs macht. Mit ihr habe ich mir einen Wax Print geteilt. Ob sie ihren wohl schon vernäht hat? Mein Wax Print wird wohl erst im nächsten Jahr verarbeitet, ich bin mit einem Stoff angefangen, auf dem dick "Herbst" steht ...

Schon auf dem Markt war klar, dass ich aus dem Stoff ein Kleid nähen würde. Spontan eingefallen sind mir das Dodokleid und das Lady Skater Kleid. Entschieden habe ich mich letztendlich für das Lady Skater, weil ich durch die schlichte Schnittführung die Möglichkeit sah, den farbenfrohen Stoff durch eine braune Strickjacke etwas abzumildern. Diese Notwendigkeit sehe ich jetzt nicht mehr, ich finde das Kleid toll (und werde es bestimmt auch noch mit meinen roten Stiefeln tragen).


Zum Fotoshooting sind wir zu einem Sonnenblumenfeld gefahren, dass bei uns in der Nähe ist. Meine Tochter hat allerdings mehr die Sonnenblumen fotografiert als mich, leider ist nur ein Bild dabei heraus gekommen, bei dem ich bzw. mein Kleid nicht nur als winziger Punkt irgendwo am Rande zu sehen bin. Aber Detailfotos sind bei so einem schlichten Schnitt wie dem Lady Skater Dress ja auch nicht so wichtig.

Frau Schildkröte hat diesen Stoff übrigens auch gekauft (sie hatte ihn sogar zuerst), ich bin gespannt, was sie aus ihrem näht.

Jetzt ruft die Arbeit, aber heute Abend wird geschaut, was die anderen Selbermacherinnen heute so tragen. Hier geht es entlang zum MMM-Blog.